Das Risiko der Überschuldung

Bequeme Ratenzahlungen, Kreditkartenkäufe und leicht verfügbare Kredite – es ist relativ einfach, Geld für etwas auszugeben, das man sich gar nicht leisten kann. Passiert so etwas nicht nur einmal, sondern mehrfach, kann es schnell zur Überschuldung kommen. Rund 1,3 Millionen Schweizer haben bereits enorme finanzielle Probleme, die im schlimmsten Fall in der Privatinsolvenz enden. Schützen Sie sich davor!

Private Finanzen auf den Prüfstand stellen

Grössere Anschaffungen, Ratenzahlungen oder ein Online-Kredit – für all das sollten Sie sich im Vorfeld einen Überblick über Ihre finanziellen Möglichkeiten verschaffen. Stellen Sie dazu im ersten Schritt alle Einnahmen den Ausgaben gegenüber. Priorisieren Sie im Anschluss Ihre Aufwendungen. So können Sie mit einem Blick erkennen, welche Ausgaben absolut unabdingbar sind und auf was Sie gegebenenfalls verzichten können, um sich einen grösseren finanziellen Spielraum zu verschaffen.

Kalkulieren Sie insgesamt eher vorsichtig, denn es ist in jedem Fall besser, am Ende des Monats noch ein kleines finanzielles Polster zu haben, als bestürzt feststellen zu müssen, dass das Geld doch nicht ganz reicht. Gerade bei der Budgetberechnung ist das wichtig, denn hierbei handelt es sich um wiederkehrende Kosten, sodass ein Rechenfehler hier mit der Zeit durchaus zu einem beträchtlichen Schuldenberg führen kann.

Eigenes Kaufverhalten konsequent reglementieren

Neben einer guten Budgetplanung ist auch bewusstes Einkaufen ein wichtiger Schritt weg von einer drohenden Überschuldung. Erstellen Sie eine Liste mit allen Einkäufen des Tages – Sie werden staunen, wie schnell sich die vielen Kleinigkeiten zu einem beträchtlichen Betrag summieren.

Einkäufe mit Kreditkarte können problematisch werden, wenn Sie den Überblick über die getätigten Zahlungen verlieren. Alternativen bieten PrePaid-Kreditkarten oder Debitkarten wie die Maestro oder Postcard. Denn bei dieser Zahlungsform wird der zu bezahlende Betrag sofort vom Konto abgezogen.

Im Bedarfsfall können Sie sich zusätzlich für die Woche ein bestimmtes Budget an Bargeld einräumen – wichtig ist es in jedem Fall, dass Sie Ihr Kaufverhalten prüfen und Ihre Planung einhalten.

Privat- oder Autokredit zuverlässig zurückführen

Haben Sie laufende Kreditverpflichtungen zu bedienen, sollten Sie das unbedingt pünktlich erledigen, um zusätzliche Kosten und negative Eintragungen bei der Zentrale für Kreditinformation (ZEK) zu vermeiden.

Prüfen Sie auch die Konditionen Ihrer laufenden Kredite und vergleichen Sie diese mit denen von aktuell auf dem Markt verfügbaren Krediten. Eventuell können Sie durch eine Zusammenführung oder Umschuldung Kosten einsparen.

Sollte es Zahlungsprobleme geben, nehmen Sie bitte direkt Kontakt zum Gläubiger auf. Auch wenn es unangenehm ist, wird Ihr Vorgehen belohnt werden: In den meisten Fällen ist eine Einigung möglich, sodass Sie entweder später oder in Raten bezahlen können. Das gibt nicht nur Ihrem Gläubiger ein gutes Gefühl, sondern zeigt auch, dass Sie bemüht sind, Ihre Finanzen in Griff zu bekommen.

Schuldnerberatung sollte kein Tabuthema sein

Helfen all diese Tipps nicht mehr, weil Sie auf absehbare Zeit keine Möglichkeit sehen, die Schulden zu begleichen, wenden Sie sich bitte an Spezialisten. Schuldnerberater analysieren Ihre Situation und können Ihnen so helfen, einen Weg aus der Schuldenfalle zu finden. Sollte eine Schuldensanierung auf diesem Weg nicht möglich sein, steht noch die Privatinsolvenz offen. Damit werden weitere Schulden durch Zinsen verhindert, ausserdem erhalten Sie einen Zahlungsaufschub, bis Sie finanziell wieder auf eigenen Beinen stehen.

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