Digital Detox für mehr Lebensqualität

Gerade das Jahr 2020 mit dem Corona-Lockdown hat die Situation für Vielnutzer von smarten Gadgets noch verschlimmert. Vom einen auf den anderen Tag kaum noch (persönlichen) Kontakt zu Mitmenschen. Was liegt da näher, als der Griff zum Smartphone? Digital Detox als Ausweg aus der Abhängigkeits-Spirale kann sich lohnen.

Aus dem Leben einer Betroffenen

7 Uhr. Der Smartphone-Wecker reisst mich unsanft aus meinem Schlaf. Mein leerer Blick fällt auf die TikTok App, was die in meinem Unterbewusstsein schlummernde Sucht schliesslich vollends zum Erwachen bringt. Nur ein paar Minuten, sage ich mir, doch es wird dann doch fast eine halbe Stunde. Gefolgt vom Check der E-Mails, dem Scrollen durch die neusten Beiträge meiner Freunde und wildfremden Menschen, denen ich auf Facebook, Instagram, Twitter Snapchat oder LinkedIn folge.

News-Snippets, Kurzvideos, Bilder, Storys, Werbeanzeigen, Beiträge. Ehe ich es mich versehe, ist 8 Uhr und ich bin spät dran. Frühstück? Fehlanzeige. Ich bin weder optimal auf meinen Tag vorbereitet, noch habe ich mich den Bedürfnissen meiner besseren Hälfte gewidmet.

Verschlimmerung der Situation

Das Jahr 2020 mit dem Corona-Lockdown hat die Situation für viele Digitalgeräte-Jünger noch verschlimmert. Zuhause „eingesperrt“ zu sein, kaum Interaktion mit Freunden, Familie oder den Arbeitskollegen zu haben, ist schwer. Social Distancing, ein Begriff, der in der Coronakrise zum Schlagwort gegen die Ausbreitung des Virus geworden ist, hat schwerwiegende Folgen für den Teil der Bevölkerung, der ein Problem mit der Übernutzung von digitalen Gadgets hat. Der Griff zum Smartphone, dem Computer, Tablet, der Spielekonsole oder der Fernbedienung liegt nahe. Denn das smarte Gerät verspricht die Möglichkeit, doch noch am sozialen Leben teilzunehmen, zu sehen, was Freunde erleben, wie es ihnen geht. Vielleicht ist es aber auch eine Flucht vor der Realität.

Doch ab wann wandelt sich die gelegentliche Digitalgeräte-Nutzung in ein problematisches Verhalten? Sind 2 Stunden okay? Sind 8 Stunden noch vertretbar? Wie sieht es mit 10 Stunden aus? Untersuchungen in den USA haben gezeigt, dass 50% der befragten Jugendlichen angeben, süchtig nach ihrem Handy zu sein. 80% von ihnen checken ihr Smartphone mindestens einmal pro Stunde. Problematisch wird es dann, wenn das soziale Leben zu leiden beginnt. Wenn sich Freunde, die Familie oder der Partner vernachlässigt fühlen. Wenn der Griff zum Smartphone zur Sucht wird, die das (soziale) Leben einschränkt.

"Mit einem kurzen Tippen auf das Icon öffne ich das Schlaraffen-/Karaokeland der Selbstdarstellung, um mich für einen Moment in Belanglosigkeit zu vergessen." – Unbekannter Digitalgeräte-Anhänger

Digital Detox als Weg in ein glückliches Leben?

Bei der digitalen Entgiftung legen Menschen ihr Smartphone freiwillig für eine bestimmte Zeit zur Seite, um sich wieder mehr auf sich selbst, die Umwelt und die Mitmenschen zu konzentrieren. Ein Phänomen, das sich auch in der Schweiz immer mehr ausbreitet. Alphütten, Restaurants und Hotels, die kein WLAN anbieten, waren lange Zeit verpönt, doch heute machen diese Anbieter eine Tugend aus dem Fakt, unmodern zu sein. Digital Detox auf dem Alpstock, dem Jungfraujoch? I like. Bars und Restaurants, die Kunden ihre Smartphones beim Betreten abnehmen, boomen.

Wenn Unerreichbarkeit zum Luxus wird

Aber wie mache ich denn nun einen digital Detox? Dafür stehen denjenigen, die es nicht von allein schaffen, diverse Applikationen zur Verfügung. Angefangen von der Bildschirmzeit, einer von Apple mitgelieferten Anwendung, mit der sich die Zeiten regulieren lassen, in denen Apps genutzt werden. Bis hin zu kostenpflichtigen Programmen, die den Nutzer mittels Passwort daran hindern, das Smartphone zu entsperren und Apps zu öffnen. Es wird geraten klein anzufangen und die Zeit, in der das Smartphone nicht angerührt wird, kontinuierlich zu steigern. Möglich sind Stunden, Tage, Wochen.

Probieren Sie es aus und berichten Sie uns Ihre Erfahrung.

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